OBEY: Shepard Fairey in Wien

11/14/2011 19:00

Die Wiener "Lust Gallery" zeigt Shepard Fairey's Early Works.

OBEY. Der Aufkleber mit der Aufforderung, dem mürrischen Gesicht zu gehorchen. André the Giant has a posse, und man will, wenn's hart auf hart kommt, auf keinem Fall auf der gegnerischen Seite sein.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wo ich das erste Mal von Shepard Fairey gehört habe, aber ich tippe ungefähr auf eine Ausgabe vomJuxtapoz, dem Artmagazin aus San Francisco, welches im gleichen Verlag wie das Thrasher Skateboard Mag erscheint. Durch eine Werbung im Thrasher wurde ich auf das Juxtapoz aufmerksam, einem Sammelsurium an sonderbarer, unangenehmer, witziger, unglaublicher Kunst. Durch Juxtapoz kam ich zu Paul McCarthyEd RothRobert Williams und wahrscheinlich wohl auch zu Shepard Fairey.

Heutzutage ist Shepard freilich in aller Munde, zumindest seit 2008, als sein HOPE Plakat von Barack Obama zum offiziellen Wahlplakat für Obamas Kampagne wurde. Cooler geht's nicht. Street credidibilty nennt man das, oder in Zeiten von Banksy wohl eher: Street-Art cred. Shepard Fairey ist mittlerweile längst groß im Kunstbusiness dabei - und teuer.

Shepard Fairey ist in erster Linie natürlich Grafiker und kreierte so Tourposter für Henry Rollins Europa Tour (2000), und auch Plattencover für Anthrax (The Greater Of Two Evils, 2004). Auch andere kommerzielle Auftraggeber polieren Fairey's Türklinke, wie zum Beispiel Mozilla: Das Icon mit dem roten Dinosaurier stammt ebenfalls aus Shepard Fairey Feder.

Vienna Art Week
14. November 2011 - 20. November 2011
ua. mit Hermann Nitsch, Nicolas Mahler, im Freud Museum, MAK, MQ, und anderen Orten
viennaartweek.com

Im Rahmen der Vienna Art Week zeigt Max Lust in seiner Lust Gallery im 2. Bezirk ein Herzensprojekt; er sammelt Obey seit seinen Anfängen. MitShepard Fairey - Early Works zeigt er Exponate aus seiner eigenen Sammlung zwischen 1997 und 2003, bevor Shepard so richtig, richtig groß wurde, vor Obama. So kann man die Laufbahn und Karriere von Shepard Fairey während der Zeit verfolgen, die den Weg ebnete.

Kritiker mögen Fairey als one-trick-pony und nicht besonders originell bezeichnen, und damit zum Teil auch recht haben. Oft sind seine Designs nichts anderes als aufgeräumte Sowjet-Brachialpropagandaplakate, und er bedient sich einer Ästhetik, bei der man nicht weiß, ob sie ironisch gemeint ist, oder was jetzt der Witz daran sein soll. Stalin-chic, Ostromantik. Zumindest schön und aufgeräumt, das muss man Fairey lassen. Doch was steckt sonst noch hinter Fairey? Wie kam es zu dem großen Coup mit der Hoffnung?

Die Antwort gibt hoffentlich die Ausstellung zu Shepard Faireys frühen Werken. Die Eröffnung ist am Montag, 14.11. um 19 Uhr. HINGEY

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